Europameisterschaft Berlin – Persönliche Eindrücke

Ein Gastbeitrag von Kerstin

Zwei Turnerinnen und eine Trainerin vom TV Cochem zogen am 7.April 2011 aus, um die Turn-EM in Berlin live mitzuerleben.
Schon im Zug wurde es bald deutlich: Hier findet ein Großereignis statt! Um uns herum wurden Treffpunkte an der Halle ausgemacht, Stadtpläne studiert und Zwischenlager für das Gepäck organisiert. Nur einer hatte für all dies gar kein Interesse: der Alien…..
Wir hatten Karten für das Mehrkampffinale der Turnerinnen am Freitagabend. Kalt und sehr windig war es, als wir eine gefühlte Ewigkeit vor der Max-Schmeling-Halle im Bezirk Prenzlauer Berg warten mussten, bis die zwei kleinen Eingangstüren geöffnet wurden. Nach weiteren 20 Minuten waren wir endlich auf unseren Plätzen. Das erste Mal bei so einem großen Turn-Event, waren wir überrascht, was für Superplätze es für so wenig Geld gibt. Wir saßen an der kurzen Seite in der ersten Reihe, direkt hinter dem Geländer, konnten uns rüberlehnen, die Turner einmarschieren und später ihren Trainern in die Arme fallen und jubeln sehen. Wir haben 30,-€ pro Erwachsenenkarte bezahlt, Kids(bis 12 Jahre) 15,-€. Wenn ich mir vorstelle, was Karten für ein EM-Finalspiel im Fußball gekostet hätten?!

Also beim nächsten Turn-Event in Deutschland fragt eure Eltern- es ist alles erschwinglich!!

Jetzt ging der Wettkampf los:
Elisabeth Seitz von der TG Mannheim war die einzige deutsche Turnerin, die das Mehrkampffinale erreicht hatte. Würde es diesmal zu einer Medaille reichen? Als letzte Deutsche hatte die DDR-Athletin Maxi Gnauck 1985 EM-Silber gewonnen.
Als erstes Gerät musste Eli an den Sprung, wo ihr ein sehr guter Yurtchenko mit Doppelschraube gelang.
Die große Favoritin und Mehrkampfweltmeisterin Aliya Mustafina verdrehte sich bei der Landung das linke Knie und konnte nicht mehr weiter turnen. Später stellte sich die Verletzung als Kreuzbandriss heraus. Schade, da trainiert sie monatelang auf dieses Ereignis hin, gelangt als erste in das Finale und dann ist am ersten Gerät schon alles vorbei.
Nun ging es weiter zum Stufenbarren. Hier wollte Elisabeth Seitz den “Def“ (gestreckter Gienger-Salto mit ganzer Schraube) zeigen, den nur drei Turnerinnen in der Welt beherrschen. Und es klappte! Die Halle jubelte und applaudierte. So etwas kannten wir bisher nur von Ballsportarten. Wahnsinn,dass auch Turnfans ihre Sportler so anfeuern!!
Der Höhepunkt beim Mitgehen des Publikums wurde dann bei der Bodenübung erreicht: Eli turnte souverän,getragen vom rhythmischen Geklatsche der Fans. Es war so laut,dass wir kaum die Musik zur Kür hören konnten.
Am Ende landete Elisabeth Seitz auf einem wunderbaren zweiten Platz hinter der Russin Anna Dementjewa,die den Sieg für ihre verletzte Teamkollegin nach Russland holte.
Nach der Siegerehrung gab Seitz noch ein kurzes Interview für die Zuschauer. Schön auch etwas Persönliches von den Stars zu hören,denn in der deutschen Presse sind die Turnerinnen ja noch weniger präsent als ihre männlichen Kollegen.

Ein wunderbarer Turnabend war somit zuende. Glücklich,begeistert und voll zufrieden aufgrund des Ergebnisses und der tollen Stimmung verließen wir die Max-Schmeling-Halle.
Und eines ist sicher: Dies wird nicht das letzte große Turn-Event gewesen sein,das wir besucht haben.

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