Happy Mary – Veränderter Planungsmodus

Im Rahmen meines Studiums beschäftige ich mich momentan intensiv mit dem Thema
Jugendarbeit. Diese kann nicht nur von Professionellen, sowas will ich mal werden, sondern auch von Semi-Professionellen, das bin ich momentan, durchgeführt werden. Damit das, was wir im Turnverein machen, etwas professioneller wird, habe ich mich mal mit den Richtlinien befasst, an denen Jugendarbeit sich messen lassen muss. 

Für meine Lesefaulen: Dieses Jahr möchte ich so wenig wie möglich bestimmen, wie unser Wochenende auf der Happy Mary ablaufen soll. Das sollt ihr! Ihr alle seid gefragt eure Meinung mir mitzuteilen, damit das Wochenende an euren Interessen orientiert geplant werden kann. Egal ob Essensvorschläge, oder Vorschläge zu Aktivitäten, alle Vorschläge sind gut und willkommen. Egal von wem!

Der Gesetzgeber hat klare Kriterien vorgegeben, was Jugendarbeit ist, und was nicht. Festgelegt wird dies in Form von Gesetzen, für uns ist §11 SGB VIII interessant. Dort heißt es

(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

(2) Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.

(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,
2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,
3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit,
4. internationale Jugendarbeit,
5. Kinder- und Jugenderholung,
6. Jugendberatung.

(4) Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen.

Besonders interessant für die Planung des Wochenendes auf der Happy Mary ist Absatz 1, Satz 2 „Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“

Das bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen bei Veranstaltungen, die sie betreffen, mitbestimmen sollen. Im Turnen ist das schwierig. Dort ist das Verhältnis klar, weil nur der Trainer den kontinuierlichen und exakten Trainingsaufbau vorbereitet hat. Also muss es ein Angebot sein, welches außerhalb der Turnhalle liegt. Das heißt, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Angebote so weit es eben geht, selbst gestalten sollen.

Partizipation heißt hier der Fachbegriff. Partizipation ist nicht nur etwas, damit der Trainer oder Organisator sich auf die faule Haut legen kann. Ganz im Gegenteil. Es bedeutet erheblichen Mehraufwand auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen, als einfach das Standardprogramm aus der Schublade zu holen. Dabei dient die Partizipation nicht nur der Persönlichkeitsbildung, sie ist auch ein Grundpfeiler der Demokratie: Jeder, der mit entscheidet, beeinflusst und verändert das Gesamtergebnis zu seinen eigenen Gunsten. (vgl. hierzu die Bundeszentrale für politische Aufklärung)

Damit wir auch eure Wünsche mitbekommen ist auf dem Anmeldezettel ein Abschnitt mit einem Fragebogen integriert, den ihr bitte (wenn ihr möchtet mit euren Eltern gemeinsam) ausfüllt.

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